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Agroforstsysteme

Diese Woche wurde über meinen ersten eigenen Antrag abgestimmt. Gemeinsam mit unserem Koalitionspartner legen wir als SPD-Bundestagsfraktion die Grundlagen dafür, Agroforstwirtschaft zu fördern.

Die Landwirtschaft in Deutschland steht gegenwärtig vor der großen Herausforderung, sich an den Klimawandel anzupassen, die Biodiversität zu fördern sowie Produktivität und Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten.

Sie werden sich fragen was Agroforstwirtschaft ist. Es ist ein Landnutzungssystem, wie beispielsweise die Streuobstwiesen bei dem Gehölze, also Bäume und Sträucher, gemeinsam mit Ackerkulturen und/oder Tierhaltung kombiniert werden, also zum Beispiel grasende Schafe unter Apfelbäumen.

Daneben gibt es moderne Agroforstsysteme, die der heutigen Produktionstechnik angepasst sind und maschinell bewirtschaftet werden können. Hier werden Bäume in Reihen auf Acker- oder Grünland gepflanzt. Auf der gleichen Fläche können landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Produkte angebaut werden. Hier können sich Landwirte durch den Verkauf von Energieholz oder Wertholz ein zusätzliches Einkommen ermöglichen.

Neben den betrieblichen Vorteilen haben Agroforstsysteme aber vor allem einen positiven Einfluss auf unsere Umwelt:

  • Sie tragen durch die Kohlenstoffbindung zum Klimaschutz bei und leisten einen wichtigen Beitrag für die Klimaanpassung.
  • Durch eine verringerte Bodenerosion und geringere Stickstoffeinträge in das Grund- und Oberflächenwasser werden der Boden und das Wasser geschützt.
  • Die Biodiversität wird durch die erhöhte Biotopvielfalt gefördert. Denn durch Agroforstsysteme  entstehen neue Lebensräume und Rückzugsmöglichkeiten für viele Tier- und Pflanzenarten.

Die Etablierung und Bewirtschaftung von Agroforstsystemen ist in Deutschland jedoch nur eingeschränkt möglich, und wird daher nicht als pflanzenbauliches Werkzeug genutzt, da rechtsverbindliche Definitionen fehlen und nicht die gesamten Flächen als förderfähige landwirtschaftliche Nutzflächen anerkannt werden. Die Leistungen von Agroforstsystemen müssen jedoch honoriert werden und dafür muss die Förderfähigkeit von Agroforstsystemen noch in der aktuellen Förderperiode und in der zukünftigen Förderperiode der Gemeinsamen Agrarpolitik integriert werden, sowie der Bereich der Forschung verstärkt werden.

Wie ein solches System aussehen kann, habe ich mir in Ebertsheim angeschaut. Dort haben die promovierten Biologen Hannah und Jessy Loranger 2018 begonnen, das Projekt eines Waldgartens umzusetzen. Auch wenn es in der kalten Jahreszeit war, war es ein großartiger Anblick. Mit ihrem angelegten Waldgarten haben sie es aber geschafft, dass sich ein beeindruckender Humusaufbau und eine unglaubliche Bodenlockerheit entwickeln konnte. Ich freue mich, dass unser Antrag mit großer Mehrheit angenommen wurde.

Meine Rede vom 13. Januar 2021 können Sie hier anschauen.